BIM Glossar

Zögern Sie noch? Dann haben wir hier noch mal die wichtigsten Gründe zusammengefasst, weshalb es sich lohnt, besser heute als morgen in das Thema einzusteigen: Bei vielen öffentlichen Auftraggebern, aktuell vor allem auf Bundes- und Landesebene, ist BIM bereits als Standard gesetzt. Dies zeigt auch die Initiative BIM Deutschland, die von BMVI und BMI ins Leben gerufen wurde. Zukünftige Projekte erfordern also zwingend den Einsatz der neuen Planungsmethode. Das wissen nicht nur Sie, sondern auch Ihre Mitbewerber. Mittel- und langfristige Konkurrenzfähigkeit ist also der erste Grund noch heute zu starten. Ein weiterer und viel entscheidender Grund ist die Zeit- und Kostenersparnis. Wir wissen alle, dass gutes Fachpersonal knapp ist. BIM hilft dabei, Ihre Ressourcen zielführender und effizienter einzusetzen als bisher. Dabei werden Sie feststellen: BIM macht nicht nur Spaß, sondern verbessert auch die Kommunikation und das Miteinander im Team und sorgt so für eine Qualitätssteigerung Ihrer Projekte.
Um Ihnen den Einstieg zu erleichtern, haben wir hier schon mal die wichtigsten Begriffe der BIM Methodik für Sie gesammelt.

Was ist eigentlich ein BAP? Wo wird er verwendet? Und wofür stehen die Abkürzungen LOD und LOG? Kennen Sie den Unterschied zwischen openBIM und closedBIM? Einen Überblick über diese und viele weitere, wichtige BIM Fachbegriffe erhalten Sie in unserem BIM Glossar.

2D bis 6D

2D

Ist eine zweidimensionale Geometrie, die nur auf einer Ebene oder Fläche konstruiert werden kann, z. B. Linie oder Kreis.

2,5D

Ist eine 2D‐Geometrie, bei der die dritte Dimension lediglich als Attribut der digital erstellten zweidimensionalen Objekte verfügbar ist, z. B. ergibt eine Linie mit einem Attribut Höhe eine Fläche, eine Fläche mit einem Attribut Höhe ergibt einen Quader.

3D

Entspricht einer dreidimensionalen Geometrie, die mit Körpern im Raum konstruiert und dargestellt werden kann. Das 3D‐Modell ist zentraler Bestandteil der BIM Methode. Beispiele für 3D‐Körper sind Quader, Kugel, extrudiertes T‐Profil. Aus den 3D‐Körpern lassen sich 3D-Bauwerke erzeugen, wie Trassenkörper und Brücken.

3D-Projektdatenmodell

Im Vergleich zu einem klassischen 2D‐Grundriss oder einem 3D-Geometriemodell unterscheidet sich ein 3D‐Projektdatenmodell in seiner Fachlichkeit. Jedes Objekt wird mit seiner Geometrie und zusätzlichen Attributen fachlich beschrieben. Ein Straßenkörper kennt beispielsweise nicht nur seine geometrische Repräsentation, wie Länge, Breite, Höhe und Volumen, sondern auch seine fachliche Bedeutung als Deckschicht, Tragschicht oder Frostschutzschicht inkl. seiner Materialbeschreibung und weiteren maßgebenden Kennwerten. Das Erstellen dieser BIM Modelle erfordert eine engere Zusammenarbeit zwischen den Ingenieuren und den klassischen CAD‐Anwendern.

4D

4D bezeichnet die objektorientierte 3D‐Modellierung eines Bauwerkes erweitert um das Element Zeit, das Ablaufsimulationen ermöglicht.

5D

Ist die objektorientierte 3D‐Modellierung eines Bauwerkes erweitert um die Elemente Zeit und Kosten, um neben der Ablaufsimulation Kostenverläufe darstellen zu können. Ein 5D‐Modell dient als Grundlage für das Kostenmanagement und die ganzheitliche Betrachtung des Lebenszyklus eines Bauwerks.

6D

Ein 6D-Modell beinhaltet die Aspekte Nachhaltigkeit und Facility Management. Es ist die Lebenszyklusbetrachtung eines Bauwerkmodells.

AIA/BAP bis Autorensystem

AIA/BAP

Die Auftraggeber‐Informations‐Anforderungen (AIA) legen als eine Art Pflichtenheft fest, welche Daten der Auftragnehmer dem Auftraggeber zu welchem Zeitpunkt des BIM‐Projektes als Ergebnis liefern muss. Inhalt und Detaillierungsgrad (Level of Detail/LoD) des erwarteten Planungsmodells werden ebenfalls im Vorhinein festgelegt. Der BIM Abwicklungsplan (BAP; Englisch: BEP: BIM Execution Plan) ist die Antwort des Auftragnehmers, der Verantwortlichkeiten festlegt und Lieferinhalte und ‐termine gemäß AIA bestätigt.

As-Built-Model

Ein As-Built-Model (Deutsch: „So wie gebaut-Modell“) ist ein vollständiges 3D-Projektdatenmodell, das mit Informationen aus den Bauprozessen ergänzt wurde. Das Modell stellt mit seinen grafischen und nichtgrafischen Informationen sowie mit verknüpften Dokumenten die Bauwerksdokumentation dar und wird während der Realisierung um produktspezifische Informationen, z.B. Herstellerbezeichnungen, angereichert. Es ist sozusagen das neue Bestandsmodell nach Fertigstellung.

Attribut

Ein Attribut ist eine Eigenschaft, die kein Parameter und keine Referenz ist. Als Attribute werden zum Beispiel Materialeigenschaften oder Termin‐ und Kostenansätze bezeichnet.

Autorensystem

Als Autorensystem wird die Software bezeichnet, die zur Erstellung eines Fachmodelles eingesetzt wird. card_1 ist beispielsweise ein Autorensystem (hier auch CAD‐System) für die Trassierungsplanung. Ein Allplan Bridge könnte als Autorensystem für die konstruktive Brückenplanung eingesetzt werden. Als Autor wird im BIM Umfeld der BIM Modeler bezeichnet.

BCF bis BIM Fachmodell/Teilmodell

BCF

Das BIM Collaboration Format (BCF) ist eine Datenschnittstelle zum vereinfachten Austausch von Informationen während des Arbeitsprozesses zwischen verschiedenen Softwareprodukten. Es ermöglicht eine modellbasierte Kommunikation zwischen verschiedenen Anwendern und informiert über Status, Ort, Blickrichtung, Bauteil, Bemerkung, Anwender und Zeitpunkt eines möglichen Konfliktpunktes im 3D-Datenmodell.

Bestandsmodell

Als Bestandsmodell wird ein Modell bezeichnet, das die Grundlage für die weitere Bearbeitung bildet. Es stellt die Ist-Situation da und wird z.B. durch tachymetrische Aufnahmen oder Laserscans sowie weitere Bestandsdaten erzeugt.

BIG BIM/little BIM

BIG BIM bedeutet, dass die gesamte Wertschöpfungskette der Planungsmethode ausgeschöpft wird. Der Einsatz von BIM findet disziplinübergreifend Anwendung über den gesamten Lebenszyklus eines Projektes statt. Die Koordination der gewerkspezifischen Fachmodelle steht hierbei im Mittelpunkt.

Gegenüber BIG BIM steht das little bim, eine Insel‐Lösung, die den Einsatz der Planungsmethode nur innerhalb einer Disziplin beschreibt. Des Weiteren beschränkt sich der Einsatz häufig nur auf wenige Planungsphasen.

BIM

Building Information Modeling oder Building Information Management beschreibt eine neue kooperative Arbeitsweise im Hoch‐ und Tiefbau. Eine Besonderheit beim BIM ist es, dass alle am Projekt beteiligten Gewerke in ein gemeinsames Koordinationsmodell hineinarbeiten, damit Konflikte zwischen den Gewerken frühzeitig erkannt werden.

Die Grundlage zur Kommunikation, Koordination und Konflikterkennung ist in der Regel ein dreidimensionales Projektdatenmodell, bei dem die einzelnen Bauteile mit Terminen (4D) und Kosten (5D) verknüpft werden. Das grundsätzliche Ziel in einem BIM Projekt heißt „Erst digital Planen, dann real Bauen“. Dies führt zu einer erhöhten Termin‐, Kosten‐ und Qualitätssicherheit.

Die offizielle Definition des BMVI laut Stufenplan Digitales Bauen lautet: „Building Information Modeling bezeichnet eine kooperative Arbeitsmethodik, mit der auf der Grundlage digitaler Modelle eines Bauwerks die für seinen Lebenszyklus relevanten Informationen und Daten konsistent erfasst, verwaltet und in einer transparenten Kommunikation zwischen den Beteiligten ausgetauscht oder für die weitere Bearbeitung übergeben werden."

BIM2Field

Die Strategie beschreibt, wie in der Planungsphase generierte Daten und Informationen in der Bauausführung genutzt und übergeben werden, um Unstimmigkeiten zu minimieren. Es handelt sich dabei um BIM-Anwendungen in der Realisierungsphase, insbesondere modellgestützte Bauzustandsüberwachungen über Wearables, AR- und VR-Anwendungen zum Modellabgleich.

BIM Anwendungsfall

Als BIM Anwendungsfall wird die BIM‐spezifische Leistung des Vorhabens beschrieben, die der Auftragnehmer im Zuge der BIM Projektabwicklung zu erbringen hat.

BIM BVB

Besondere Vertragsbedingungen für Planungsleistungen unter Einbeziehung der BIM Methode in Projekten.

BIM Content

Mit BIM Content sind sämtliche alphanumerischen Informationen gemeint, die über die fachliche Beschreibung des Projektdatenmodells hinausgehen. Insbesondere die 4D‐ und 5D-Kennwerte für die Zeit‐ und Kostenplanung werden durch den BIM Content beschrieben.

Konkret handelt es sich dabei um Termine, Leistungs‐ und Aufwandswerte sowie Einheitspreise. Es wird unterschieden zwischen dem Hersteller Content, den beispielsweise das CAD System mitliefert, und dem firmeninternen, individuellen Content, den Sie aus eigenen Erfahrungswerten gewinnen.

BIM Fachmodell/Teilmodell

Ein BIM Fachmodell, auch Teilmodell genannt, beschreibt ein disziplin‐ bzw. gewerkspezifisches Modell einzelner Beteiligter an einem Bauwerk. Die einzelnen Teilmodelle eines Projektes lassen sich z. B. zu Kontrollzwecken zu einem Gesamtmodell zusammenfügen. Das Gesamtmodell wird gleichfalls als Koordinationsmodell bezeichnet.

BIM Koordinator bis bSDD

BIM Koordinator

Der BIM Koordinator ist für die Umsetzung der AIAs, das Erstellen und das Fortschreiben des BAPs verantwortlich. Zu seinen Aufgaben gehören zudem die Überprüfung des Koordinationsmodells und die Abstimmungen mit dem Auftraggeber (BIM Manager) und allen Projektbeteiligten.

BIM Leistungen

Leistungen, die unter der Verwendung von BIM Modellen erbracht werden.

BIM Manager

Der BIM Manager legt die Auftraggeber‐Informations‐Anforderungen fest und überprüft die Eignung des BIM Abwicklungplans (BAP), den der Auftragnehmer geliefert hat. Im weiteren BIM Prozess kontrolliert der BIM Manager die Einhaltung des abgestimmten BAPs und überprüft darüber hinaus bauherrenseitig die Qualität der Bauwerksmodelle für den BIM Prozess.

BIM Modeler

Als BIM Modeler werden die CAD Anwender bezeichnet, die intelligente BIM Modelle, insbesondere die 3D‐Projektdatenmodelle, erstellen. Die klassischen Bauzeichner und technischen Zeichner werden dabei nicht einfach durch BIM Modeler ersetzt, sondern im besten Fall zu BIM Modelern ausgebildet.

Neben dem Erlernen neuer Modellierungswerkzeuge, müssen die Anwender für den Austausch von 3D‐Modellen und deren weiterer Verwendung geschult werden.

BIM Strategie

Die BIM Strategie ist Teil des BIM Abwicklungsplans. Sie legt die grundsätzlichen Maßnahmen zur Erreichung der BIM Ziele fest und definiert damit den Handlungsrahmen der Projektbeteiligten für die digitale Projektabwicklung.

Boundary Representation/BRep

Bei der Boundary Representation handelt es sich um eine klassische Methode zur expliziten geometrischen Beschreibung eines Volumens durch die dreidimensionalen Umrandungen von Körpern auf der Basis von Knoten, Kanten, Flächen und Hüllkörpern. Diese Methode unterstützt card_1 standardmäßig beim IFC‐ Export.

Building Information Management

Building Information Management ist die zentrale Aufgabe für die strategische und projektbegleitende Steuerung der BIM Prozesse sowie die Erfüllung der BIM Ziele. Der BIM Manager ist die hierfür verantwortliche Person. Siehe hierzu VDI Richtlinie 2552, Blatt 2.

buildingSMART

Der Verein buildingSMART international entwickelt offene Standards, etwa das IFC‐ und BCF-Format, sowie weitere Spezifikationen für die Arbeitsmethode BIM. Der nationale Verein buildingSMART Germany erarbeitet die nationalen Interessen und vertritt sie auf internationaler Ebene. Jeder Interessierte kann an den Arbeiten des buildingSMARTs mitwirken.

bSDD

Das buildingSMART Data Dictionary (bSDD) basiert auf dem ISO 12006-3 Standard und stellt eine offene Schnittstelle und Klassifizierungssytem zur mehrsprachigen Verknüpfung von Daten und Produkten für das Planen, Bauen und Betreiben dar.

CDE bis Eigenschaftsobjekt

CDE

CDE steht für Common Data Environment. Eine einzige Informations‐ und Datenquelle, die relevante, genehmigte Projektdokumente‐ und Modelle für multidisziplinäre Teams in einem verwalteten Prozess sammelt, verwaltet und verbreitet.

Eine gemeinsame Datenumgebung (CDE) wird typischerweise von einem Dokumentenmanagementsystem oder Projektraum bedient, das die gemeinsame Nutzung von Daten/ Informationen unter den Projektteilnehmern erleichtert.

closedBIM/OpenBIM

ClosedBIM beschreibt die Beschränkung der eingesetzten Software auf das Softwarepaket eines Herstellers. Man verspricht sich hierdurch eine hohe Kompatibilität zwischen den einzelnen Fachmodellen und dadurch eine einfachere Koordination und Gesamtmodellzusammenstellung. In der Praxis entstehen jedoch häufig mehr Probleme, als man zunächst vermuten würde.

Gegenüber ClosedBIM steht das OpenBIM, bei dem beliebige Softwareprodukte verwendbar sind. Der Anwender wählt also jeweils das aus seiner Sicht beste Produkt für die jeweilige Disziplin. Der Informationsaustausch wird häufig über das offene Austauschformat IFC realisiert.

Das Ziel des buildingSMART eV. ist demnach der Einsatz der BIG OpenBIM Methodik: die Anwendung von BIM mit beliebiger Software über alle Disziplinen und Leistungsphasen hinweg.

Constructive Solid Geometry/CSG

Das Klassische Constructive Solid Geometry (CSG) Verfahren zur impliziten, prozeduralen Beschreibung von Körpern auf der Basis von Grundkörpern, wie Würfel, Zylinder, Pyramide, und booleschen Operationen, Vereinigung, Schnitt, Differenz.

CPIXML

Das CPIXML‐Format ist ein proprietäres XML‐Format. CPI bedeutet Construction Process Integration. Analog zum IFC‐Standard wurden geometrische Objekte u.a. für Straßen‐ und Tiefbauprojekte definiert, die den Austausch von Planungsmodellen und Trassenkörpern in 3D zwischen Planungssoftware und Programmen zur BIM‐Koordination oder der 4D- und 5D-Planung, wie DESITE md pro, ermöglicht.

Neben der geometrischen Ausprägung enthalten die Baukörper Informationen über ihre Bedeutung, z .B. Mutterbodenabtrag, Tragschicht, Frostschutzschicht, spezifische Attribute und Mengen. Somit ist eine einfache BIM‐Kommunikation mit einem BIM‐Viewer, wie card_1 DESITE share, möglich.

Data Drop

Prozess an einem definierten Zeitpunkt, zu dem Daten zwischen Beteiligten ausgetauscht werden. Dieses Datenaustauschszenario kann eine oder mehrere Austauschanforderungen enthalten.

Eigenschaft/Merkmal

Unter Eigenschaft sind Parameter, Attribute und Referenzen zu verstehen. Die ISO spricht inzwischen auch von sogenannten Merkmalen.

Fachobjekt bis Level of Information Need/LOIN

Fachobjekt

Ein fachliches Objekt, auch Fachobjekt genannt, ist eine spezifische Repräsentation eines konkreten Planungs- oder Bestandsobjektes. Ein Fachobjekt enthält die für den jeweiligen Objekttypen (z.B. Böschung, Deckschicht, Wasserschutzgebiet) relevanten Merkmale und weiß, wie es sich in card_1 in verschiedenen Ansichten (z.B. Modell, Plan) darstellen und verhalten muss. Fachliche Objekte für die Infrastruktur können ab IFC 4x3 auch objektspezifisch abgebildet werden.

IDM

Die Anforderungen zum Datenaustausch werden allgemein in den IDM‐Beschreibungen, dem Information Delivery Manual, zusammengefasst. Es beschreibt grundlegend den Umfang und die Spezifikationen der Informationen, die ein Anwender zu einem bestimmten Zeitpunkt bzw. Arbeitsprozess in einem BIM‐Projekt zur Verfügung stellen muss.

IFC

Das buildingSMART Datenmodell, auch bekannt unter der Bezeichnung Industry Foundation Classes (IFC), stellt ein allgemeines Datenschema dar, das einen Austausch von Modellen und ergänzenden Informationen zwischen verschiedenen proprietären Software‐Anwendungen ermöglicht. Dieses Datenschema umfasst Informationen aller am Bauprojekt mitwirkender Disziplinen über dessen gesamten Lebenszyklus. Man unterscheidet hierbei die IFC‐Datei, die als Container zur Datenübergabe im STEP Format verwendet wird, und dem IFC‐Datenschema, das die Spezifikationen im EXPRESS Datenformat definiert. Die IFC ist das primäre Datenmodell für Bauwerksmodelle des buildingSMART. Die IFC ist seit dem Release IFC4 ein offizieller ISO‐Standard ‐ ISO16739:2013.

IFC-Bridge, IFC-Rail, IFC-Road, IFC-Tunnel

Internationale Erweiterungen des Standardformats IFC für die spezifischen Anforderungen an den neutralen Datenaustausch im Infrastrukturbereich. Beispiele: Brückenbauwerke, Schienenund Straßenbauwerke, Tunnelbauwerke. Status: Veröffentlichung IFC Bridge Entwurf als IFC 4x2. Ausblick: Fertigstellung IFC 4x3, inkl. wesentlicher o.g. Erweiterungen, bis Mitte 2022 als neuer ISO-Standard.

Koordinationsmodell

Das Koordinationsmodell ist ein aus Teilmodellen zusammengesetztes Gesamtmodell des Bauwerks. Neben der Kollisionskontrolle zwischen einzelnen Gewerken dient es der modellbasierten Kommunikation und der Abstimmung der beteiligten Gewerke. Auf Grundlage des Koordinationsmodells lassen sich gewerkübergreifende Ablaufpläne und 4D‐Simulationen erstellen.

Koordinierungssystem

In einem Koordinierungssystem werden die gewerkspezifischen Fachmodelle/Teilmodelle zusammengefügt und koordiniert. Ein solches System ist beispielsweise das DESITE md pro der thinkproject Deutschland GmbH. Im Koordinierungssystem können unter anderem Ablauf‐ und Kostensimulationen erstellt oder Modellprüfungen durchgeführt werden.

Level of Development/LOD

Die Deutsche Bahn definiert in ihren Auftraggeber‐Informations‐Anforderungen (AIA) den Level of Development als den Fertigstellungsgrad der erforderlichen Modellierung. Der LOD setzt sich zusammen aus der geometrischen Detaillierung (LOG) der einzelnen Objekte und der dazugehörigen Informationstiefe, sprich dem Detaillierungsgrad der Attribuierung (LOI).

Durch die Vorschreibung eines LODs können alle Beteiligte den Inhalt und die Zuverlässigkeit der einzelnen Elemente eines BIM‐Models möglichst präzise innerhalb der einzelnen Stufen des Planungsprozesses einschätzen.

Level of Geometry/LOG

Der Level of Geometry beschreibt den geometrischen Detaillierungsgrad, also die Genauigkeit der geometrischen Abbildung eines Objekts in einem digitalen Modell.

Level of Information/LOI

Mit dem Level of Information wird der Informationsgehalt von Objekten in einem digitalen Modell in Form von Merkmalen beschrieben.

Level of Information Need/LOIN

Der Level of Information Need bezeichnet alle relevanten geometrischen und informativen Inhalte (LOG und LOI) und deren Umsetzung für BIM Objekte. Auch die unterschiedlichen Detaillierungsstufen (LOD) sind im LOIN beschrieben.

Modellierung bis MVD

Modellierung

Der Begriff Modellierung ist eine datentechnische Beschreibung eines fachlichen Objekts mit Eigenschaften und Beziehungen zu anderen fachlichen Objekten. Hinweis: Eine geometrische Modellierung von Bauteilen impliziert die datentechnische Modellierung nicht.

Modellprüfung

Die zwei wesentlichen Modellprüfungen unterscheiden sich in Kollisionsprüfung und Prüfung auf Anforderungskonformität. Bei der Kollisionsprüfung werden geometrische Kollisionen geprüft. Bei einer sogenannten „heißen Kollision“ überschneiden sich zwei geometrische Bauteile. Das Modell ist also nicht widerspruchsfrei, da beide Elemente in dieser Form nicht parallel existieren können. Bei der „kalten Kollision“ werden geometrische Regeln überprüft, wie die Berührungsfläche zwischen Brückenauflager und Brückenträger.

Dem gegenüber steht die Prüfung auf Anforderungskonformität. Hier wird beispielsweise geprüft, ob das vom Auftraggeber geforderte Koordinatensystem in den Teilmodellen verwendet wurde und ob projektspezifische Merkmale an den Objekten vorhanden sind.

Model Viewer

Model Viewer sind Softwarelösungen, mit denen das digitale Modell in verschiedenen Aspekten betrachtet, jedoch nicht verändert werden kann.

Modellierungsrichtlinie/MRL

Die Modellierungsrichtlinie enthält alle Vorgaben, die im Rahmen einer Modellierung eines BIM Modells einzuhalten sind und beschreibt damit welche Anforderungen an ein Modell gestellt werden und wie sie zu erfüllen sind.

MVD

Die Modellansichtsdefinitionen, sogenannte Model View Definitions, beschreiben die Teilmengen des IFC‐Datenmodells, die notwendig sind, um die spezifischen Datenaustausch‐ Anforderungen im Bauwesen während eines Bauvorhabens zu unterstützten.

Die Modellansichtsdefinition stellt eine Anleitung für alle IFC‐Ausdrücke zur Verfügung, etwa Klassen, Attribute, Beziehungen, Eigenschaftssätze und Mengendefinitionen, die in einem bestimmten Anwendungsbereich verwendet werden und vorhanden sein müssen. Sie beschreibt auch das Pflichtenheft für die Umsetzung der IFC‐Schnittstelle in einer bestimmten Software.

Obligatorisches Attribut bis Volumenmodell

Obligatorisches Attribut

Obligatorische Attribute sind Attribute, die definiert sein müssen. Ein Datenkonsistenzcheck prüft das Vorhandensein aller obligatorischen Attribute. Die DB fordert beispielsweise das Attribut Projektstrukturplan‐Element (PSP‐Element) für nachfolgende, modellbasierte, kaufmännische Operationen.

Optionales Attribut

Bei optionalen Attributen handelt es sich um Attribute, die angegeben sein können. Optionale Attribute können einzelne Arbeitsschritte erleichtern und zwischen Projektpartnern festgelegt werden, sind aber vom Auftraggeber nicht gefordert.

Parameter

Ein Parameter ist eine geometrische Eigenschaft. Aus den Parametern lässt sich im Allgemeinen die Geometrie rekonstruieren. Demnach bilden Parameter die notwendige Eigenschaftsmenge für implizite Geometrie.

Property Set/PSET

Ein Property Set (PSET), also ein Eigenschaftssatz, ist die Zusammenfassung mehrerer Eigenschaften eines Modellelementes in einer benannten Gruppe. Property Sets sind fester Bestandteil des IFC‐Standards, lassen sich aber durch weitere Eigenschaften mit individuellen Namen ergänzen. Eigenschaftssätze werden ebenfalls von den meisten Softwareprogrammen verwendet, um ein Objekt mit Gruppen von Eigenschaften zu versehen.

Referenz

Eine Referenz ist ein Verweis auf ein anderes Fachobjekt Die Kardinalität ist entweder 1:1 oder 1:n (Listen). Referenzen sind demnach einfache Bezüge oder Hauptschlüssel zu Untertabellen. Die verlinkte Kategorie ist aus dem Kontext ersichtlich.

Volumenmodell

Bei einem Volumenmodell werden Körper anhand geschlossener Geometrien und das Volumen von Objekten durch die begrenzenden Oberflächen und die Information, auf welcher Seite sich die Materie befindet, beschrieben. Die beiden bekanntesten Computerrepräsentationen für Volumenmodelle sind Boundary Representation (BRep) und Constructive Solid Geometry (CSG).