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Ostafrikas Tor zur Welt

Der staatliche Hafenbetreiber Kenya Ports Authority investiert in die Zukunft. Der Hafen von Mombasa wird als zentrale Drehscheibe in Ostafrika weiter ausgebaut.
Seit 2014 begleitet Inros Lackner die Entwicklung des Hafens mit Generalplanungsleistungen, die von der Erstellung eines Masterplans über Fach- und Spezialplanungen bis hin zur Bauüberwachung reichen.

BIM Visualisierung eines Kreisverkehrs mit Bermen-EinschnittVisualisierung der HafenentwicklungBauliche Maßnahmen zur VerkehrsoptimierungVerkehrssimulation zur Optimierung des VerkehrsflussesGüterumschlag im Hafen
BIM Visualisierung eines Kreisverkehrs mit Bermen-Einschnitt
Visualisierung der Hafenentwicklung
Bauliche Maßnahmen zur Verkehrsoptimierung
Verkehrssimulation zur Optimierung des Verkehrsflusses
Güterumschlag im Hafen

Er ist der größte Tiefseehafen in der Region und Motor für die Entwicklung der Wirtschaft in Kenia und den Binnenländern, wie Uganda, Burundi und Ruanda. Der Hafen hat eine mehr als 4 km lange Kaimauer und besitzt 18 Tiefwasserliegeplätze, davon 5 Liegeplätze für den Containerumschlag. Das Ladungsaufkommen in der Containerschifffahrt wächst nachhaltig und macht etwa 70 Prozent des Umschlagvolumens aus. Die Prognosen erfordern die Modernisierung der Infrastruktur und den Ausbau der Kapazitäten. In Zukunft sollen Schiffe mit einem Tiefgang bis etwa 14,5 m im Hafen Mombasa anlegen können. Neben dem internationalen Seeverkehr wird der Hafen ebenfalls von Feederschiffen und kleinen Dhaus oder Küstenschiffen angelaufen. Sie sichern die Versorgung der näheren Küstenabschnitte.

Grundlagen & erste Baumaßnahmen

Zunächst galt es, den Zustand der Hafenanlagen aufzunehmen, zu untersuchen und zu bewerten. Dabei wurde das gesamte Hafengelände mittels Luftbildaufnahmen neu vermessen und durch bathymetrische Vermessungen auf der Wasserseite der Kaianlagen ergänzt. Die gewonnenen Daten bildeten die Grundlage für eine Machbarkeitsstudie, die mögliche Rehabilitierungs- und Erweiterungsmaßnahmen enthielt. Es wurden Varianten für die Neuzonierung des Hafens und darauf abgestimmt die Erneuerung sowie die Erweiterung der Kaianlagen und der landseitigen Hafenflächen erarbeitet. Dazu gehörten auch die im Hafen liegenden Straßen und Schienenwege, die Umschlaggeräte sowie die Betriebs- und Verwaltungsgebäude. Die Machbarkeitsstudie diente im nächsten Schritt zur Abstimmung der Maßnahmen für die Anpassung einzelner Hafenbereiche mit dem Auftraggeber und zur Ausschreibung der Ausführungsplanung für die Kaimauer und die Terminalinfrastruktur. Erste Baumaßnahmen sind bereits umgesetzt und Rehabilitierungsmaßnahmen an bestehenden Hafenanlagen abgeschlossen.

Neues Verkehrskonzept

Ende 2018 erhielt Inros Lackner zusätzlich den Auftrag, eine Verkehrsstudie sowohl für den Hafen in Mombasa als auch für das Inland Container Depot (ICD) in Nairobi durchzuführen. Das ICD Nairobi ist mit der neuen Standardspur-Eisenbahnlinie direkt mit dem Hafen Mombasa verbunden. Auf dieser Basis erfolgte die Neuordnung und Anpassung der Straßen- und Schienenanbindung im Hafenbereich und für das angrenzende Hinterland. Um den Verkehrsfluss auf dem Hafengelände zu optimieren, erarbeitete das Team ein Konzept für die Verkehrsführung mittels Simulation und ergänzte es durch ein Verkehrsleit- und Beschilderungskonzept.

card_1 im Einsatz

Alle Planungsunterlagen für das neue Verkehrskonzept entstanden mithilfe der card_1 Vermessungs- und Planungssoftware. Hierzu zählten auch allgemeine Leistungen, wie die Mengenermittlung als Zuarbeit für das Ausschreibungs-Leistungsverzeichnis (nach Losen getrennt) sowie das Erstellen diverser Detailpläne für die Ausschreibungsunterlagen, etwa einem Bürogebäude für das Parkplatzmanagement, einem neuen Gehweg an der Brücke zur Hauptverwaltung, Straßen und Gehwegquerprofile, Längsschnitte, ausfahrbare Poller, Buswartehäuschen, Gehwege über bestehende Entwässerungsgräben, Kreisverkehr, Beschilderung und Parkplatznummerierung. Ebenfalls gehörten die BIM Visualisierung eines Kreisverkehrs mit Bermen-Einschnitt und dem anschließenden Teil der Hafenrandstraße sowie eine Verkehrssimulation mittels Video auf diesem Teilstück zum Arbeitsspektrum.

Hafen Mombasa

Güterumschlag im Hafen
Güterumschlag im Hafen

Speziell für den Hafen Mombasa erbrachte das Team folgende Leistungen:

  • Einlesen aller vorhandenen Bestandslagepläne und Pläne aus den laufenden Projekten (DWG, PDF).
  • Einlesen der LiDAR-Daten (georeferenzierte TIFF-Daten und Punktwolken) aus 2014 für das Erstellen eines 3D-Modells des Hafengeländes mit Textur. Die in den aktuellen 3D-Daten nicht enthaltenen neueren Bauwerke wurden durch eine Nivellementaufnahme ergänzt.
  • Studie zum Lückenschluss und zur Breitenoptimierung der Hafenrandstraße (Back of Port (BOP) Road). Es handelt sich um die Hauptverbindungsstraße für den gesamten Hafenverkehr entlang der landseitigen Hafengrenze, die in einem Teilbereich von ca. 1,2 km noch nicht vorhanden ist. Optimierung der Lage und Höhe der Hafenrandstraße im Bereich der neuen Brücke zur Hauptverwaltung von Kenya Ports Authority auf einer Länge von ca. 0,8 km. Erstellung von Längsschnitten und Querprofilen sowie Schleppkurvenoptimierung der Auf- und Abfahrt.
  • Festlegung und Einteilung von Parkflächen für PKW im Hafengelände und an der Haupteinfahrt, mit Vorschlag für eine Fußgängerbrücke.
  • Entwicklung eines detaillierten Gehwegkonzepts für den gesamten Hafenbereich, Festlegung aller Straßenquerungen mittels Zebrastreifen.
  • Definition einer Route für den Busverkehr mit den entsprechenden Busbuchten an den Haltestellen.
  • Entwurf einer Informationstafel an Einfahrten als Besucherinfo, Design einheitlicher Beschriftungstafeln für die Hafengebäude.
  • Planung einer LKW-Parkplatzfläche außerhalb des Hafengebiets als Wartezone mit Stellplatzeinteilung für ca. 500 LKW und einem Bürogebäude für den Parkplatzmanager.

Fahrleitsystem

Zudem wurde ein Fahrleitsystem für die Einfahrten zu den entsprechenden Terminals konzipiert:

  • Einrichten zweier Kreisverkehre an den Hauptknotenpunkten mit Definition der Einfahrtspur für das jeweilige Ziel, um die Möglichkeit der Sperrung von Fahrspuren vor dem Kreisverkehr zu gewährleisten. Dies ist erforderlich, da für die Zufahrt zu den Terminals stets die Eisenbahngleise im Hafen zu überqueren sind. Dadurch wird sichergestellt, dass der Kreisverkehr für den restlichen Durchgangsverkehr offengehalten wird, wenn die Zufahrt zu den Terminals wegen eines ein- oder ausfahrenden Zugs abgeriegelt werden muss.
  • Teilweise Verkehrsführung im Kreisverkehr durch unterschiedliche Farbmarkierung der Richtungen zu den verschiedenen Terminals.
  • Vertikale Beschilderung: Leit-, Verbots-, Gebots- und Hinweisschilder, Richtungs- und Zieltafeln mit entsprechender individueller Beschriftung, ebenso horizontale Verkehrsführungsmarkierung.
BIM Visualisierung eines Kreisverkehrs mit Bermen-Einschnitt

Inland Container Depot Nairobi

Mit dem ICD waren die folgenden Leistungen verbunden:

  • Planung von LKW-Parkplatzflächen als Wartezonen außerhalb des Container Depots mit Stellplatzeinteilung für ca. 2.500 LKW mit mehreren Bürogebäuden für das Parkplatzmanagement.
  • Entwurf einer Informationstafel an Einfahrten als Besucherinfo, Design einheitlicher Beschriftungstafeln für die Hafengebäude.
  • Entwicklung eines Gehwegkonzepts für den Administrationsbereich.

Fahrleitsystem

Konzeptioniert wurde ebenfalls ein Fahrleitsystem für die Einfahrten zu den entsprechenden Terminals (Fahrtrichtung weitgehend im Uhrzeigersinn) und für die neu geplanten LKW-Parkflächen:

  • Vertikale Beschilderung: Leit-, Verbots-, Gebots- und Hinweisschilder, Richtungs- und Zieltafeln mit entsprechender individueller Beschriftung für den Außenbereich des ICD.
  • Horizontale Verkehrsführungsmarkierung.

Fachübergreifend & international

Visualisierung der Hafenentwicklung
Visualisierung der Hafenentwicklung

Ein multidisziplinäres Inros Lackner-Team, bestehend aus kenianischen und deutschen Mitarbeitern, erbrachte in Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Partnern die vielfältigen Generalplanungs- und Beratungsleistungen für die Entwicklung des Hafens: „Weitere komplexe Baumaßnahmen werden Mombasa auch zukünftig den Status als zentrale Logistik- Drehscheibe in Ostafrika sichern“, prognostiziert Johannes Augustin, Autor dieses Artikels und Projektleiter International bei Inros Lackner.