English | Polski
Suche
Direktzugang

Verkehrsbündelung in Stuttgart

Stuttgart 21 ist derzeit das Topthema, die Landeshauptstadt hat aber auch noch andere Großprojekte in Planung. Hierzu zählt zweifellos die Planung des Rosensteintunnels und der Umbau der B 10/ B 14 Verbindung am Leuze.

Mit beiden Projekten wird angestrebt, Ausweichverkehre, die heute durch Stuttgarter Wohngebiete führen, wieder auf die Bundesstraße 10 zu lenken. Mit der Planung der Projekte wurde die Hyder Consulting GmbH Deutschland beauftragt.

Großprojekte in Stuttgart: Übersicht über die Projekte im Plangebiet im Zuge des Ausbaus der B 10 / B 14.Zwei Röhren unter dem Rosensteinpark mit Anbindung an eine komplexe Knotenpunktstruktur.Mithilfe der CARD/1 3D-Projektansicht lassen sich die komplexen Zusammenhänge und die Eingriffe in die bestehenden unterirdischen Bauwerke anschaulich darstellen.Planungsmodell 1:200 der verschiedenen Ebenen plangleich / planfrei.Die dritte Röhre des Leuzetunnels zwischen den Portalen Neckartalstraße und Uferstraße parallel zu den bestehenden Röhren wird in offener Bauweise hergestellt.
Großprojekte in Stuttgart: Übersicht über die Projekte im Plangebiet im Zuge des Ausbaus der B 10 / B 14.
Zwei Röhren unter dem Rosensteinpark mit Anbindung an eine komplexe Knotenpunktstruktur.
Mithilfe der CARD/1 3D-Projektansicht lassen sich die komplexen Zusammenhänge und die Eingriffe in die bestehenden unterirdischen Bauwerke anschaulich darstellen.
Planungsmodell 1:200 der verschiedenen Ebenen plangleich / planfrei.
Die dritte Röhre des Leuzetunnels zwischen den Portalen Neckartalstraße und Uferstraße parallel zu den bestehenden Röhren wird in offener Bauweise hergestellt.

Die Leistungen der Hyder Consulting umfassen die Bestandsvermessung und die Planung sämtlicher Verkehrsanlagen. Beauftragt sind zudem die Planung der Wegweisung, die Entwicklung der Bauphasen sowie die Erstellung anordnungsreifer Verkehrszeichen- und Markierungspläne.

Entlastung des Verkehrs
Die geplanten Baumaßnahmen Neubau B 10 Tunnel Rosenstein und Umbau der B 10/B 14 Verbindung am Mineralbad Leuze sind ein Bestandteil des beabsichtigten Gesamtausbaus der B 10 zwischen Stuttgart-Zuffenhausen/Knotenpunkt Friedrichswahl und Stuttgart-Ost/Knotenpunkt Talstraße. Der B 10 Tunnel am Pragsattel wurde 2006 in Betrieb genommen. Die beiden Maßnahmen sind der Lückenschluss im Zuge der B 10, erst damit wird die Entlastung des nachgeordneten Straßennetzes erreicht. Diese Bereiche gehören zu den am stärksten belasteten Steckenabschnitten im Stuttgarter Straßennetz.

Konstruktive Zusammenarbeit
Der Abschnitt Rosensteintunnel wird in Zusammenarbeit mit den Büros WBI aus Aachen und Boll und Partner aus Stuttgart bearbeitet. WBI ist für den bergmännischen Tunnelbau und Boll und Partner sind für die offenen Tunnelabschnitte verantwortlich. Der Umbau der B 10/B 14 Verbindung am Mineralbad Leuze wird in Zusammenarbeit mit dem Büro Boll und Partner und dem Architekturbüro Wulf & Partner aus Stuttgart bearbeitet. Auch bei diesem Projekt ist das Büro Boll und Partner für die konstruktive Planung verantwortlich.

Rosensteintunnel
Beim Straßenbau ergibt sich einschließlich des Baus des B 10-Rosensteintunnels mit einer Tunnellänge von ca. 1.000 m und der Rampen (300 m) im Mittel eine Baulänge von 1.56 km. Darüber hinaus muss die Neckartalstraße im Bereich des Tierparks „Wilhelma“ einschließlich des Knotenpunktes Neckartal-/Pragstraße angepasst bzw. umgebaut werden. Daher muss die Stadtbahntrasse im Bereich der geplanten Tunnelrampen in der Pragstraße umgebaut werden, um Platz zu schaffen für die Zu- und Abfahrtsrampen des Tunnels. Aufgrund des Mineralwasserhorizonts ist die Höhe am Tiefpunkt des Tunnels vorgegeben. Die Stadtbahntrasse muss angehoben und die heutige Haltestelle Rosenstein vor den Eingang zur Wilhelma verlegt werden.

Verbindung am Leuze
Der Ausbau der B 10 im Bereich der B 10/ B 14 Verbindung am Leuze erstreckt sich über eine Länge von ca. 660 m und schließt an den Bauabschnitt B 10 Rosensteintunnel an. Die neue dritte Röhre des Leuzetunnels mit einer Länge von ca. 300 m zwischen den Portalen Neckartalstraße und Uferstraße wird parallel zu den bestehenden Röhren in offener Bauweise einschließlich der Umbaumaßnahmen am bestehenden Portal Uferstraße hergestellt.

Für die Verbindung von der B 10 auf die B 14 Richtung Innenstadt ist ein Kurztunnel mit einer Länge von ca. 85 m vorgesehen. Diese dreistreifige Tunnelröhre tangiert unterirdische Bauwerke der Stadtentwässerung, die Gleise der Stadtbahn, den vorhandenen Fußgängersteg sowie den sogenannten Berger Sprudler (Brunnenanlage) und wird in offener Tunnelbauweise hergestellt.

Die vorhandene Fußgängerbrücke muss für den Bauzustand gesichert und der Steg über die Stadtbahntrasse abgebaut werden. Die bestehende Tunnelröhre in Fahrtrichtung Esslingen wird künftig für die Linksabbieger aus Richtung Esslingen in Richtung Innenstadt genutzt. Dadurch ist es möglich, über eine Rampe zur B 14 eine neue Fahrtbeziehung in Richtung Bad Cannstatt zu schaffen.

Für die Bewältigung der prognostizierten Verkehrsmengen und zur Aufteilung der Verkehrsströme in die Tunnelrichtungen wird die B 10 im Bereich des Portals Uferstraße des Leuzetunnels um einen Fahrstreifen aufgeweitet. Für die Aufweitung sind Teile des denkmalgeschützten Maschinenhauses abzubrechen und bestehende Versorgungsanlagen (Trinkwasserbehälter, Trafostationen etc.) des Neckarwasserwerks Berg (EnBW) umzubauen. Beide Maßnahmen müssen unter fließendem Verkehr und unter sehr beengten räumlichen Verhältnissen realisiert werden.

Vermessung & Planung
Die gesamte Vermessung und die Planung der Verkehrsanlagen bearbeitete Hyder Consulting durchgängig mit CARD/1. Der Datenaustausch mit ihren ARGE-Partnern erfolgte ohne Datenverlust ausschließlich im DWG-Format. Die Deckenhöhenpläne von Hyder Consulting waren außerdem die Grundlage für die Erstellung eines Planungsmodells im Maßstab 1:200.

Das Projekt wurde 2005 mit der CARD/1 Version 7 begonnen. Im Jahr 2010 erfolgte im Zuge der Ausführungsplanung des Teilprojekts «Verbindung am Leuze» das Update auf die Version 8.3. Dies sollte sich bei diesem komplexen Projekt als großer Vorteil erweisen. Denn im Bereich der Neckartalstraße sind vier Planungsebenen zu betrachten.

In der Ebene -1 verläuft der Nesenbach mit drei großen Kammern und mündet dort in den Neckar. Das gesamte Wasser des Stuttgarter Talkessels wird über dieses Bauwerk in den Neckar abgeleitet. Außerdem befinden sich in diesem Planungsbereich eine Vielzahl an Gas-, Wasser-, Abwasser-, Strom- und sonstigen Leitungen, die im Zuge einer Vorabmaßnahme in einer neuen Trasse aus dem zukünftigen Baufeld verlegt wurden.

In der Ebene 0 verläuft die Neckartalstraße, die in diesem Bereich in den Leuzetunnel mündet. In der Ebene +1 kreuzen auf der Tunneldecke die Cannstatter Straße und die Gleistrassen der Stuttgarter Straßenbahnen AG. In der Ebene +2 überspannt eine große Hängebrücke für Fußgänger und Radfahrer die Cannstatter Straße und die Gleisanlagen. Auf dem Fundament des Brückenpfeilers befindet sich außerdem eine große Lastplatte, welche die Zugkräfte der Brücke aufnimmt.

Digitale Geländemodelle
Um die komplexen Zusammenhänge und die Eingriffe in die bestehenden unterirdischen Bauwerke zu erfassen, wurden diese Bestandsbauwerke in digitalen Geländemodellen erfasst. Auch für die Entwicklung der ca. 40 Bauphasen war die einfache Darstellung der 3D-Perspektiven in CARD/1 äußert hilfreich, da die komplexen Zusammenhänge der vier Ebenen für den Planer anschaulich dargestellt werden konnten.

Kontakt mit Stuttgart 21
Vorgabe für die Planung war die planfestgestellte Lösung für Stuttgart 21. Die Bahnbrücke der Stuttgart 21 Trasse über den Neckar kreuzt die Neckartalstraße im Planungsbereich des Rosensteintunnels. Die Lage der Brückenfundamente aus dem Planfeststellungsentwurf S21 mussten bei der Planung der Trogwände im Portalbereich des Rosensteintunnels berücksichtigt werden.

Im Augenblick ist nicht absehbar, in welcher Zeit beide Maßnahmen realisiert werden. Sollten die Baumaßnahmen in das gleiche Zeitfenster fallen, so müssen die Baustraße für das Brückenwiderlager und die Baufelder der Brückenfundamente im Bauablauf für den Rosensteintunnel und die Verbindung am Leuze berücksichtigt werden.