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Punkt- statt Dampfwolke

Am 25. Oktober 2013 fuhr ein RailMapper auf der Windbergbahn einen Messeinsatz. Dieses Zweiwegefahrzeug, das erstmals über eine deutsche Eisenbahnstrecke rollte, ermöglicht eine schnelle und präzise Erfassung der Bestandsdaten dank seiner eingebauten Terrestrischen Laserscanning Technik. Die Auswertung der aufgenommenen Laserscannerdaten erfolgt mit CARD/1.

Der RailMapper im Einsatz als Schienenfahrzeug.Prof. Albrecht Grimm von der IGI mbH Kreuztal (li.) und Prof. Jörg Zimmermann von der HTW Dresden erläutern die Einsatzszenarien des Fahrzeugs.Am 26.10.2013 wurde der RailMapper im Rahmen einer Pressekonferenz auf dem Bahnhof Dresden- Gittersee vorgestellt. Für Interessierte war eine Mitfahrt möglich.Die Fahrt über die Bahnübergänge gestaltete sich anspruchsvoll.
Der RailMapper im Einsatz als Schienenfahrzeug.
Prof. Albrecht Grimm von der IGI mbH Kreuztal (li.) und Prof. Jörg Zimmermann von der HTW Dresden erläutern die Einsatzszenarien des Fahrzeugs.
Am 26.10.2013 wurde der RailMapper im Rahmen einer Pressekonferenz auf dem Bahnhof Dresden- Gittersee vorgestellt. Für Interessierte war eine Mitfahrt möglich.
Die Fahrt über die Bahnübergänge gestaltete sich anspruchsvoll.

Beim Nissan Navara Pickup fällt äußerlich zunächst nur die Zweiwege-Ausrüstung auf, die für eine Fortbewegung sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene sorgt. Am 25.10.2013 war dieses Fahrzeug auf der Windbergbahn im Messeinsatz und befuhr die 5,6 km lange Strecke der ersten deutschen Gebirgsbahn von Freital Birkigt bis zum Bahnhof Gittersee.

Entwickelt wurde der RailMapper von der IGI Ingenieur-Gesellschaft für Interfaces mbH aus Kreuztal. Die Firma kooperiert mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden. Für die Präsentation des RailMappers stellte der Verein Windbergbahn e.V. das Schienengelände der Sächsischen Semmeringbahn zur Verfügung.

Problemlose Messfahrt

Die Messfahrt konnte gegen 16:25 Uhr starten. Dazu wurde auf der Ladefläche ein Laser für terrestrisches Laserscanning ausgefahren, der die Umgebung abtastet. In Kombination mit dem GPS-Empfänger entsteht eine georeferenzierte Punktwolke, die später ausgewertet wird. Die Messfahrt musste mit einer niedrigen, aber möglichst konstanten Geschwindigkeit (ca. 10 km/h) erfolgen – idealerweise ohne Unterbrechung. Das stellte die Sicherungsposten vor allem zwischen den Bahnübergängen Gitterseer Straße und Coschützer Straße vor besondere Herausforderungen. Die Messfahrten verliefen dennoch problemlos und so erreichte der RailMapper gegen 18:45 Uhr wieder den Bahnhof Gittersee.

Kooperationen der Zukunft

Seit vielen Jahren wird die Windbergbahn für die Ausbildung von Vermessungsstudierenden der HTW Dresden in der Eisenbahnvermessung genutzt. Die Studenten erhoben bereits Geometrie-Grunddaten entlang der Strecke und auf dem Bahnhof Gittersee und erstellten an einigen Abschnitten digitale Geländemodelle (DGM). Für den Messeinsatz des RailMappers sind IGI und Masterstudierende der Fakultät Geoinformation für die Vorbereitung und Durchführung der Datenerfassung im Einsatz. Die erzeugten Punktwolken werden unter Federführung von Prof. Jörg Zimmermann von der HTW Dresden ausgewertet. Dabei kommt CARD/1 zur Anwendung.

Auswertung der Daten mit CARD/1

Die Punktwolken ergeben ein genaues und anschauliches 3D-Bestandsmodell. Die Möglichkeiten der CARD/1 Software, direkt auf die Punktwolkendaten zuzugreifen, bietet eine effektive und den jeweiligen speziellen Bedürfnissen angepasste Auswertung. Typische Anwendungsfälle sind die Lichtraumprofilmessung, Gleislagenprüfungen, Berechnungen von 3D-Profilen oder digitalen Geländemodellen.

Der Verein Windbergbahn e.V. arbeitet seit vielen Jahren am Erhalt und Aufbau dieser historischen Eisenbahnstrecke. Bald rollen wieder Sonderzüge. Die Windbergbahn wird dann als erste regelspurige Museumseisenbahn des Freistaates Sachsen verkehren und hoffentlich schöne Dampfwolken von sich geben.