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Entwässerungsplanung für Winden

Das Ingenieurbüro F&L GmbH plante die Gesamtentwässerung der Gemeinde Winden im Elztal in Baden-Württemberg. Die Gemeinde beauftragte F&L, einen genehmigungsfähigen Gesamtentwurf für die zukünftige Ableitung der Schmutz- und Oberflächenentwässerung unter Einbeziehung aktueller hydrologischer und hydraulischer EDV-Berechnungsmethoden zu erstellen, DA neue Bauflächen entstehen und der Ausbau der Umgehungsstraße B294 erfolgen sollten.

Längsschnitt mit Auslastungskontolle ...... und Variantenvergleich.
Längsschnitt mit Auslastungskontolle ...
... und Variantenvergleich.

Bestandsaufnahme

Das Kanalnetz der Gemeinde Winden bestand aus verschiedenen Teilnetzen; die Ableitung von Schmutz- und Regenwasser erfolgte vorwiegend im Trennsystem und teils im Mischwassersystem. Die Oberflächenwässer werden in die Elz eingeleitet, Schmutzwasser bzw. Mischwasser der zentralen Kläranlage in Niederwinden zugeführt.

Grundlage für den Entwurf bildete der genehmigte Flächennutzungsplan und die alten Entwurfsunterlagen. Weiterhin standen die BGrund-Daten und Bestandspläne der Kanalisation zur Verfügung. Die Bestandspläne (Schächte, fehlende Topographie) wurden digitalisiert und zum Teil durch Vermessung ergänzt. Das gesamte Einzugsgebiet der bebauten Flächen betrug 55 Hektar. 22 weitere Hektar sollten erschlossen werden.

Hydraulische Berechnung

Die hydraulische Berechnung (Leistungs- und Überlastungsberechnung) erfolgte mit veränderlichem Abflussbeiwert nach Prandtl-Colebrook und den Niederschlagswerten des DWD. Auf dieser Grundlage wurden achsbezogene, grafische Kanallängsschnitte erstellt, um die prozentuale Auslastung (max. Wasserlinie) der Haltungen im Kanal darzustellen. Anhand der Grafik war sofort erkennbar, an welcher Stelle die Haltung überlastet ist und warum. Der Gemeinde wurde empfohlen, die Haltung in absehbarer Zeit durch eine größere Dimension auszuwechseln, um die Überlastung zu unterbinden.

Ebenfalls wurde überprüft, ob ein zukünftiges Baugebiet unter Berücksichtung der Hydraulikergebnisse erschlossen werden könne. Hierzu wurde der Wert für die befestigten Flächen fiktiv erhöht und erneut hydraulisch berechnet und im Längsschnitt visualisiert. Die Hydraulikergebnisliste enthielt zugleich Vorschläge für eine angemessene Rohrdimension.

Trennsystem für Regen- und Mischwasser

Die Gemeinde Winden zählt 2855 Einwohner. Aufgrund der Gesamtfläche von 55 Hektar wurde die Siedlungsdichte der Einwohner pro Hektar ermittelt. Diese Angaben wurden für die Berechnung des Schmutzwassernetzes herangezogen. Im Ortsteil Niederwinden bestanden 765 m Kanal ausschließlich aus einem Mischwassersystem. DA der Regenwasseranteil in diesem Mischsystem unnötig die Kläranlage in Niederwinden belastete, beabsichtigte die Gemeinde, dort ein Trennsystem einzuführen. Dank der hydraulischen Berechnungen und der Darstellung im grafischen Kanallängsschnitt mit zwei farblich unterschiedlichen Auslastungen bzw. Wasserspiegellinien war es möglich, die Regenwassermengen im Mischsystem zu bilanzieren. Infolge des nun bekannten Regenwasseranteiles könnte man ohne weitere Untersuchungen einen Regenwasserkanal mit ausreichender Dimension planen, um so den Schmutzwasserkanal und die darauffolgende Kläranlage zu entlasten.

Durchgängige Auftragsabwicklung

Zu den Ergebnissen der hydraulischen Berechnungen gehörten die Ausgabe der Hydraulikergebnisliste mit allen Eingangswerten, der Kanallängsschnitt und der Lageplan. Unter Verwendung benutzerdefinierbarer Zeichnungsvereinbarungen zur Erstellung der Kanallagepläne war eine zügige und lückenlose Erstellung der gesamten Pläne möglich. Auf Wunsch der Gemeinde stellte F&L in den Lageplänen auch die Überlastungen der einzelnen Haltungen dar, wie auch schon in den Kanallängsschnitten. Die Darstellung in den Lageplänen gewährleistete eine gute Übersicht der überlasteten Haltungen.

Mit durchgängiger CARD/1 Unterstützung händigte das Ingenieurbüro F&L der Gemeinde Winden eine umfangreiche und zeitgemäße Gesamtentwässerungsplanung aus. Sie diente als Bestätigung der geregelten Abflussverhältnisse und als Richtlinie für notwendige Ergänzungen und Erneuerungen aus hydraulischer Sicht.

Eckdaten des Projektes:

  • Gesamtentwässerungplanung in Winden, Baden-Württemberg
  • 2855 Einwohner, Einzugsgebiet mit bebauten Flächen 55 Hektar, zukünftiges Baugebiet 22 Hektar