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Abu Dhabi setzt auf die Schiene

Die Verkehrsbehörde, das Department of Transport, hat mit der Entwurfsphase der Abu Dhabi Bahnprojekte begonnen. Die erste Bauphase besteht aus einem zweigleisigen Streckennetz für die Metro, zwei Stadtbahnen/Straßenbahnen und einer Schnellbuslinie. Zur Überprüfung der Trassierung der Strecken nutzt die Verkehrsbehörde die aktuelle CARD/1 Version 8.4.

Erste vorgesehene Bauphase der Metro und des Light Rail Transit (LRT) Projektes.
Erste vorgesehene Bauphase der Metro und des Light Rail Transit (LRT) Projektes.

Gestartet wird mit 18 Kilometern Metro, die zunächst 12 Stationen ansteuert. Als wichtigste Gebiete bei der Auswahl der Metro-Zonen zog das Department of Transport (DoT) Bereiche mit hohem Passagieraufkommen sowie starker Verkehrs- und Umweltbelastung durch Abgase heran. Zwischen den Stationen erreicht die Metro eine Geschwindigkeit bis zu 100 Kilometern pro Stunde. Zudem erhält Abu Dhabi eine Stadtbahn/Straßenbahn (Light Rail Transit) und eine Schnellbuslinie (Bus Rapid Transit). Das Stadtbahnprojekt besteht anfänglich aus zwei Stadtbahnen/Straßenbahnen mit einem Streckenumfang von insgesamt 28,5 km und 45 Haltepunkten. Die Schnellbuslinie umfasst 14 km und wird 25 Haltepunkte anfahren. Es ist geplant, die Projekte in 2018 bzw. 2020 in Betrieb zu nehmen.

Der Umwelt zuliebe

Mit der Realisierung der ersten Phase der Projekte wird sich der mittlerweile übliche Verkehrsstau in Abu Dhabi enorm reduzieren. Auch die Teilnehmer am Individualverkehr werden es leichter haben, ihre täglichen Fahrten zu unternehmen. Neben dem Aspekt der Umweltverträglichkeit hofft das DoT zudem, dass sich die Umsetzung der nachhaltigen Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen positiv auf das kulturelle, soziale und wirtschaftliche Leben in Abu Dhabi auswirkt.

Masterplan bis 2030

Das DoT hat seinen Masterplan (STMP) 2009 vorgestellt. Dabei sollte bis zum Jahre 2030 die Gesamtstrecke der Metro 131 km betragen. Zusätzlich waren 340 km für den Bau einer Stadtbahn (Light Rail Transit) bzw. einer Tram vorgesehen. Um den Bedarf der Bahnprojekte zu bestätigen, vergab das DoT im Jahre 2010 Planungsaufträge an zwei Joint Ventures. Hinter dem Zusammenschluss namens ADAPT stehen zwei amerikanische und ein deutsches Unternehmen: die AECOM, ein internationaler Anbieter für Beratungsleistungen im Transportbereich, die Parsons Brinckerhoff, ebenfalls ein Global Player für Infrastrukturplanung und die Deutsche Bahn International. Zwei spanische Planungsbüros, die das Joint Venture SENER-TYPSA gründeten, erhielten den Zuschlag zur Vorplanung der Stadt- bzw. Straßenbahnprojekte. Ende 2011 schlossen ADAPT und SENER-TYPSA ihre Machbarkeitsstudien und die Vorplanungen ab und schlugen die erste Phase der Projektumsetzung vor. Beide Joint Ventures arbeiten nun an der Entwurfsplanung der Metro, der Stadtbahn/Straßenbahn und der Integration des Schnellbusses. Das DoT hofft, dass die entsprechenden Ausschreibungsunterlagen bald veröffentlicht werden und die Konstruktionsphase beginnen kann. Um die Trassierungsunterlagen der beauftragten Ingenieurbüros auf ihre Exaktheit hin prüfen zu können, setzt das DoT die Norderstedter Vermessungs- und Entwurfsplanungssoftware CARD/1 ein.

Ausbau der Fernbahn

Abu Dhabi setzt auch im Fernverkehr auf die Schiene. Die Stadt beauftragte die Etihad Rail Company, Entwickler und Betreiber der Staatsbahn der Vereinigten Arabischen Emirate, die nationale Eisenbahnstrecke für Personen- und Güterverkehr zu bauen und zu betreiben. Diese Strecke ist ca. 1.400 km lang und erstreckt sich von Ghuwifat an der Grenze Saudi Arabiens über das Ruwais Industriegebiet in Abu Dhabi bis zum Saqr-Hafen in Ras Al Khaima. Die Planung sieht auch die Einbindung der Emirate Dubai und Fujairah in das Netz vor. Die erste Phase dieser Strecke befindet sich schon im Bau, die zweite Phase ist ausgeschrieben. Nach der Inbetriebnahme werden die Güterzüge mit 120 km/h und die Personenzüge mit maximaler Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h die Strecke befahren. Ziel ist es, verschiedene Regionen mit einem sicheren, effizienten und vor allem umweltverträglichen Verkehrsmittel miteinander zu verbinden.