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25.08.2014

InnoTrans 2014: Trassierungssoftware CARD/1 mit neuer Hüllkurve, fahrdynamischer Prüfung und interaktivem Bahnkörper

Fahrzeug vom Typ GT6N und der erzeugte 3D-Hüllschlauch.

Lichtraumanalyse mit Punktwolken.

3D-Tunnelansicht einer Lichtraumanalyse mit Punktwolken.

3D-Ansicht eines Bahndamms mit Lichtraumprofil.

Fahrschaulinie FSLO2 - S-Bahn Berlin.

Auf der InnoTrans ins Berlin stellt die IB&T Ingenieurbüro Basedow & Tornow GmbH folgende Neuheiten ihrer Trassierungssoftware CARD/1 vor:

GEOPAC-Hüllkurve für CARD/1

Mit dem neuen Hüllkurvenmodul kann der erforderliche Platzbedarf für Straßenbahnen und Züge auf beliebigen Gleistrassen berechnet werden. Auch Lademaßüberschreitungen stellen kein Problem dar.

Die Hüllkurve arbeitet dreidimensional. Für jedes relevante Wagenprofil wird ein eigener Hüllschlauch für einen Gleisabschnitt erzeugt. Durch Überlagerung ergibt sich der resultierende Hüllschlauch für das aktuelle Fahrzeug aber auch für alle Fahrzeuge, die auf diesem Gleisabschnitt eingesetzt werden. Die Fahrtrichtung wird berücksichtigt.

Die dreidimensionalen Hüllschläuche ermöglichen umfassende Auswertungen. Kollisionsprüfungen zwischen den Richtungsfahrbahnen einer Straßenbahntrasse stellen kein Problem dar. Die kritischen Bereiche werden durch Verschneidung ermittelt und in einem eigenen dreidimensionalen Bauwerk gespeichert. Dieses kann wie alle anderen CARD/1 Bauwerke dargestellt, ausgewertet und geplottet werden. Bezogen auf einen Hüllschlauch lassen sich die räumlichen Abstände lage- und höhenmäßig bekannter Punkte der Punktdatenbank einfach ermitteln. Das Ergebnis der 3D-Zwangspunktanalyse wird sowohl in der Grafik angezeigt als auch als Liste ausgegeben. Auch Laserscannerdaten können mit einem Hüllschlauch verschnitten werden. Die innenliegenden Punktwolkenpunkte werden als neue Punktwolke gespeichert und lassen sich weiter ausgewerten.

Integraler Bestandteil des Hüllkurvenmoduls ist eine Fahrzeugverwaltung, die eine Auswahl der in den europäischen Verkehrsbetrieben verbreitetsten Fahrzeugtypen und ihrer Geometrien enthält. Mitgeliefert wird ein Fahrzeugeditor, mithilfe dessen sich bestehende Fahrzeuge an den eigenen Bedarf anpassen oder neu erfassen lassen. Auch Lademaßüberschreitungen lassen sich durch entsprechend definierte Wagenprofile beschreiben. Der Tram-Editor ist identisch mit dem der IB&T Tochter GEO DIGITAL GmbH. Die Firma aus Düsseldorf ist auf dem Messestand vertreten.

Fahrdynamische Prüfung mit CARD/1

Für Anfänger wie für Profis gleichermaßen geeignet ist die Fahrdynamische Prüfung. Seit zwei Jahren auf dem Markt wurde sie sukzessiv um neue Funktionen ausgebaut, z.B. um das Ermitteln von Fahrschaulinien. In der neuesten Fassung wurden die Parameter für den Einsatz der Neigetechnik grundüberholt.

Die Funktionalität wird genutzt für die Planung von Gleisanlagen für Züge und Strecken gemäß der DBAG-Richtlinie 800.0110. Schon während des Trassierungsentwurfs unterstützt CARD/1 den Gleisbauingenieur durch die Angabe von Regelwerten und durch Hinweise auf die Überschreitung von Grenzwerten. Zusätzlich gibt es ein ausführliches, druckreifes Prüfprotokoll für alle Trassierungselemente. So lassen sich Fehler in der Trassierung vermeiden. Geprüft werden die Grundrisselemente (Geraden, Kreisbögen, Übergangsbögen) sowie die Aufrisselemente (Neigungswechsel, Längsneigungen) und die Rampen. Auch die Überlagerung mit Weichen und Bahnsteigen wird erfasst. Der CARD/1 Planer wählt aus, ob auf der Strecke eine „Feste Fahrbahn“ eingebaut werden soll oder ob die Strecke gar für Neigetechnikzüge vorgesehen ist. Der Clou dabei ist, dass sich durch die Zuordnung unterschiedlicher Geschwindigkeitsbänder sehr schnell das Optimierungspotenzial und der Umbauaufwand für Geschwindigkeitserhöhungen ermitteln lassen.

Bahnkörper generieren

Die Generierung Bahnquerschnitte gemäß Ril 800.0130 wurde runderneuert. Zahlreiche Wünsche der Kunden führten zu einer größeren Differenzierung der Parameter eines Bahnkörpers. So werden die Parameter für den Oberbau (Schienen, Schwellen und Schotter) jetzt von den Angaben zum Planum (einschließlich Randwege und Kabelkanäle) und den Angaben zur Entwässerung getrennt. Die Planumsangaben wurden um die Randwege und um Kabelkanäle im Randweg erweitert. Dadurch wird nun insgesamt eine feinere abschnittsweise Parametrierung bei gleichzeitig sinkendem Aufwand ermöglicht. Die Böschungen für den Anschluss an den Bestand werden automatisch generiert.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, die Bahnsteigkanten gemäß den Einbaumaßen der Ril 813.0201 und die Lichträume gemäß Ril 800.0130 exakt zu berechnen. Die Software berücksichtigt dabei automatisch die Gleislage. Es wird jeweils ein Bauwerk erzeugt, welches exakt die Bahnsteigkante bzw. den Lichtraum widerspiegelt. Alle Daten, die erzeugt werden, sind nach der Änderung von Referenzdaten aktualisierbar. Die Parameter werden entweder am Ergebnisobjekt selbst (Lichtraum, Bahnsteigkante) oder in einem Vorgang gespeichert (Bahnkörper). Die CARD/1 Experten freuen sich, diese und neue Funktionen vorzustellen.

Um heute Projekte mit den stets knappen Zeitressourcen wirtschaftlich in der erforderlichen Qualität durchzuführen, müssen sich die Anwender auf ihre Planungssoftware unbedingt verlassen können. IB&T stellt mit CARD/1 ein innovatives und effizientes Werkzeug zur Trassierung von Schienenverkehrswegen zur Verfügung. Gerade, wenn es um die Verknüpfung verschiedener Verkehrssysteme geht, sind Bearbeitungsfunktionen, die auf  das jeweilige Verkehrssystem abgestimmt sind, sehr hilfreich. CARD/1 löst Aufgaben zur integrierten gemeinsamen Bearbeitung verschiedener Verkehrssysteme, z.B. Straße-Bahn-Schifffahrt. Überzeugen können sich Interessenten davon auf der InnoTrans in Berlin. Die IB&T Unternehmensgruppe freut sich auf ihre Messebesucher - Halle 5.2, Stand 221.

Norderstedt, den 25.08.2014
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